I love Friendly Fire – Salt Farmers „Free-For-All 2018”

YC 120.01.06 – New Eden
Region: Black Rise | Konstellation: Urpiken
Kehjari – Vorhof zur Hölle

„WTF!?“

Fremde, welche an diesem Samstag zu abendlicher Stunde Kehjari passierten, muss genau dies durch den Kopf gegangen sein. Man konnte förmlich das Zucken ihrer Augenlider spüren. Dies lag nicht nur an dem Gate-Camp, welches sie aus Richtung Martoh kommend, erwartete. Vielmehr waren es die annähernd 200 Raumschiff-Wracks, die Sie nach dem Sprung ins Unbekannte auf Ihrer Overview erblickten und die ihnen die Luft zum Atmen raubte.

Einige Stunden zuvor…

Um 19 Uhr EVE Time folgten zahlreiche Mitglieder der Allianz „Salt Farmers“ und Freunde dem Aufruf von Captain Cean um sich in einem Free-For-All bis zum bitteren Ende zu duellieren.

Unter den Teilnehmern befand sich auch meine Wenigkeit – Aria Thunder. Gebürtige Minmatar-Sklavin, welche den Weg aus der Vitoc-Gosse über einen Verbund aus intergalaktischen Bergarbeitern bis nach Kehjari ins tiefste Faction-Warfare Gebiet fand und die seitdem Seite an Seite mit ihren Verbündeten kämpft.

Und genau dort lag für mich zunächst der Hund begraben. Bisher beschränkten sich meine PVP Aktivitäten zu nahezu 100% auf Flottenkämpfe. Solo-Erfahrungen konnte ich nur in unserem Corp eigenen Turnier sammeln. Dieses ist aber auf den klassischen Kampf 1 gegen 1 ausgelegt und erfordert daher andere Fähigkeiten bzw. eine andere Herangehensweise.

Deshalb schwankte ich zunächst mit meiner Entscheidung, ob ich am FFA teilnehmen sollte oder nicht. Letztendlich entschied ich mich – getreu dem Motto „Was kann schon schiefgehen?“ – für eine Teilnahme. Wie sich später herausstellte, war dies definitiv die richtige Entscheidung.

Doch beginnen wir am Anfang.

Ein leerer Pod war Grundvoraussetzung für die Teilnahme. Zwar besagte eine Regel, dass das Töten von Pods nicht erlaubt sei, aber man konnte sich definitiv nicht sicher sein, was im Eifer des Gefechts geschieht. Ein heißblütiger PVPler im Blutrausch sollte nicht unterschätzt werden. Weiterhin war es von Vorteil, wenn man die meisten Standard-Fregatten (aller Rassen) und Module nutzen konnte, denn die kostenlos zur Verfügung gestellten Schiffe waren vielseitig. Neben guter Laune waren damit schon alle nötigen Voraussetzungen für die Teilnahme am FFA erfüllt.

Zunächst sammelten wir uns alle an unserer Fortizar, wo ein Carrier mit der ersten Fuhre Kampfmaterial bereits auf uns wartete. Erstes Highlight für mich: Das Staging erfolgte direkt von Board.

Einsteigen. Waffen laden. Zum FFA–Beacon warpen.

Die meisten Schiffe waren schnell vergriffen. Besonders die Rifter stellte sich als heiß begehrt heraus, was mich dazu verleitete mir ebenfalls ein Exemplar zu sichern.

Ein anschließender Blick auf das Fitting bestätigte meine Entscheidung:

  • 200mm Guns
  • ausreichend Gyro-Stabs
  • Afterburner

Damit lässt sich etwas anfangen. Auch für Solo-PVP Autisten wie mich.

Auf dem Schlachtfeld angekommen, flogen mir schon Projektile, Raketen und Neuts um die Ohren. Doch ich ließ mich davon nicht beeindrucken. Mein erstes Ziel blitze vor mir auf. Einer unserer Corp-Direktoren bewegte sich innerhalb meines Schussfeldes.

Eine Killmail von ihm – das Ziel des heutigen Abends war ausgemacht.

Bitte nicht falsch verstehen: Wir hegen keinen Groll gegeneinander, aber wie oft erhält man schon die Möglichkeit seine eigenen Corp Mitglieder ungestraft aufs Korn zu nehmen?

Es waren einige Versuche nötig. Ständig kam es zu kleineren Scharmützeln, welche im letzten Moment meinen Plan vereitelten. Drei Rifter später kam dann mein Moment. Wir lieferten uns bereits vorher ein Gefecht, welches aber keinen Gewinner oder Verlierer hervorbrachte. Deshalb drifteten wir zunächst zum Rest der schießwütigen Piraten zurück um dort noch den ein oder anderen Kill abzustauben. Denn auch dies war für mich ein Ziel des Events: Sich auf möglichst viele Killmails zu „huren“ – der Fachbegriff, welche bei uns einschlägig bekannte Mitglieder bis zur Perfektion beherrschen.

Mittendrin ergab sich für mich dann das erwartete Zeitfenster. Mein avisiertes Ziel wurde in die Mangel genommen.

„Aria, schnell aufschalten und Feuer frei!“ hallte es in meinem Kopf.

10 Sekunden später lag mir die ersehnte Killmail vor. So langsam fand ich Gefallen an der Sache und die Zeit zog ins Land. Knappe zwei Stunden später war mein Killboard um 98 Kills reicher und 11 Losses ärmer.

Und was das Wichtigste war: Die gesammelte Erfahrung und das absolvierte Training.

Von der richtigen Auswahl des Ziels, bis hin zur Einhaltung der richtige Entfernung, overheaten, Cap-Booster nachwerfen etc. pp konnte ich viele PVP Bestandteile trainieren bzw. meine Abläufe automatisieren. Alles Faktoren die es meiner Ansicht nach ermöglichen in „Notsituationen“ einen klaren Kopf zu behalten.

Routine schafft Sicherheit.

Außerdem habe ich festgestellt, dass es mir deutlich mehr liegt mit einer Rifter zu kiten, als mit einer Merlin zu brawln. Ebenfalls keine unwichtige Erkenntnis.

Den krönenden Abschluss des Events bildete das anschließende „Shit-Fit Turnier“.

10 teilnahmewillige Kandidaten wurde eine leere Stabber in die Hand gedrückt. Anschließend hatten sie 10 Minuten Zeit sich aus den Fregatten-Wracks, welche das Schlachtfeld säumten, ein entsprechendes Fitting zu looten mit dem sie in anschließender Last-Man-Standing Manier ihr Können unter Beweis stellen sollten.

Mein einziger Gedanke dazu war: Genau dafür bin ich hier. This is EVE!

o7 & fly safe

Eure Gastrednerin,

Aria Thunder

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